Wespen

Keiner mag sie, aber sie sind eben auch auf der Welt. Sie genau zu bestimmen traue ich mir nicht zu.  Von daher bleibe ich bei Wespe.

Ich hatte den richtigen Zeitpunkt im Mai verpasst. Sie bauten im Rollladenkasten. Die Wespen entfernen zu lassen war mit einem Ausbau verbunden. Gift wollte ich auch nicht benutzen. So blieben sie eben da. Da wir beide keine Angst vor Wespen haben, konnten wir auch den Balkon nutzen.

Es war immer wieder zu hören, dass die Königin im Oktober das Nest verlässt, aber unsere Mitbewohner haben sich bis jetzt nicht daran gehalten. So langsam wurde selbst ich ungeduldig, denn manchmal kamen sie auch in die Wohnung.

Da eine normale Fliegenklatsche nicht sehr praktisch ist, habe ich mir angewöhnt sie mit ein Tuch einzufangen. Das ging wesentlich schneller.

Auf diesem Foto sieht man einige gestorbenen Wespen. Damit man sie besser erkennen kann, habe ich sie auf ein Blatt Papier gelegt. Es sind nur noch Teile. Alles andere ist verfüttert worden.

Beobachten konnte ich sie sehr schön. So schleppten sie jede Menge Futter mit hinauf in das Schlupfloch. Oft fielen sie einfach herunter, weil es manchmal zu schwer war.

Ich will gleich hinzu fügen, dass sie mich ruhig fotografieren ließen. Scheinbar hatten sie sich an mich gewöhnt. Bis dahin bin ich nie gestochen worden.

Der Zufall wollte es, dass ich direkt eine Wespe beim Zerbeißen einer anderen aufnehmen konnte.

 

 

Das war nicht gerade einfach, denn sie wechselte sehr oft den Platz.

Zum Schluss war wieder eine im Zimmer. Kein Problem, aber diese war ein recht großes Exemplar. Man hörte es richtig, wenn sie gegen die Scheibe flog.

Mit dem Handtuch fing ich sie schließlich, aber dann kam der Schmerz. Sie hatte mich voll in den Finger gestochen. Das Handtuch milderte ja alles ab, aber es tat doch recht weh.

Wenn diese große Wespe die Königin gewesen sein sollte, dann hatte ich einen königlichen Stich abbekommen. Dankbarkeit sieht anders aus oder? Wir haben sie schließlich all die Monate ausgehalten.

13.10.15